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Karlheinz Stockhausen Stimmung | Ensemble < belcanto > Spohr

Stimmung
Aufbruch ins Unermessliche
Ein Meditatives Oberton-Ritual

Die kompositorische Grundlage von Stimmung sollte im Zusammenhang mit der Studentenrevolution von 1968 und – antipodisch – mit dem Drang nach Asien, vor allem nach Indien, zu den Gurus der damaligen Jahre gesehen werden. Bhagwan, Krishnamurti und Castaneda in Mexiko waren die ideellen Leitfiguren dieser anderen Richtung. Das kritisch-revolutionäre Auseinandersetzen mit fragwürdig gewordenen Werten des Westens stand den „östlichen“ Werten gegenüber, die als antirationalistisch, hingebungsvoll, ja förmlich aufsaugend galten.

Das Werk Stimmung verlangt eine zu jener Zeit frisch aufgekommene Technik: Obertonsingen. Was bei den Instrumentalisten schon bekannt war durch Spieltechniken wie Flageolett oder Überblasen, konnte auf den Grundlagen der phonetischen Modelle, den Sprachwissenschaften entnommen, für die Vokalisten in ungeahnte kompositorische Formen gebracht werden. So ergab sich eine wunderbare Erweiterung der sängerischen Möglichkeiten. Das Hören der tibetanischen Mönchsgesänge und der Lieder der Eskimos bot weit darüber hinaus für alle eine phantastische Erweiterung der sängerischen Techniken. Viel wurde damit komponiert, spielerisch ausgekostet und in Obertonkursen vermittelt.

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